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Vollzug der Röntgenverordnung

29. Juli 2005 |  Information für Tierärzte

53. Sitzung des LA RöV, Mai 2005, TOP 10

Nach § 15 Abs. 1 der Röntgenverordnung hat der Strahlenschutzverantwortliche un-ter Beachtung des Standes der Technik insbesondere zum Schutz des Menschen vor den schädlichen Wirkungen von Röntgenstrahlung durch geeignete Schutzmaßnah-men dafür zu sorgen, dass jede unnötige Strahlenexposition vermieden, jede Strah-lenexposition unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls auch unterhalb der in den §§ 31a, 31b, 31c und 32 festgesetzten Grenzwerte so gering wie möglich gehalten und dass die diesen Zwecken dienenden Schutzvorschriften der Röntgen-verordnung eingehalten werden. Eine Schutzvorschrift ist § 21 Abs. 1 Satz 2 der Röntgenverordnung. Danach muss sichergestellt sein, dass Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten, zum Schutz vor Strahlung die erforderliche Schutzklei-dung tragen.

Die z.Z. erhältlichen bleifreien und bleiarmen Schutzmaterialien aus Zinn-Barium, Antimon-Wolfram oder Blei-Zinn weisen im Bereich der typischen Röhrenspannung von Röntgeneinrichtungen von 75 bis 100 kV eine bis zum Faktor zwei geringere Ab-schirmwirkung als die Schutzmaterialien aus Blei auf. Der nach DIN EN 61331-1 (IEC 61331-1) bestimmte Bleigleichwert ist bei diesen Materialien nicht geeignet, die tat-sächliche Abschirmwirkung des Materials richtig zu beschreiben, da die  in diesen Materialien gebildete Sekundärstrahlung (Streustrahlung und Fluoreszenzstrahlung) im wesentlichen unberücksichtigt bleibt.

Ich empfehle daher, die Strahlenschutzverantwortlichen und Strahlenschutzbeauf-tragen aus gegebenem Anlass im Rahmen des Vollzugs der Röntgenverordnung auf die bis zu einem Faktor zwei verminderte Abschirmwirkung derartiger Materialien hinzuweisen, damit dieser Sachverhalt bei der Arbeitsplanung entsprechend berück-sichtigt wird.

Hinweis: Die nach § 3 Abs. 1 Nr. 3 der Achten Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (BGBl I 1992, S. 1019) geforderte schriftliche Information des Herstellers nach Punkt 1.4 des Anhangs II der Richtlinie 89/686/EWG enthaltene Angabe über den Schutzgrad der o.g. Materialien ist, sofern dieser sich auf den Blei-gleichwert bezieht, kein Maß für die tatsächliche Schutzwirkung.

Alle anderen bleifreien oder bleiarmen Schutzmaterialien sind nur nach vorheriger Kenntnis des tatsächlichen Abschirmfaktors zu verwenden.

Eine Änderung der entsprechenden technischen Regeln im Hinblick auf die Bestim-mung der Abschirmwirkung von bleifreien und bleiarmen Schutzmaterialien durch eine geeignetere Größe als den Bleigleichwert soll in die Wege geleitet werden.


Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Dr. Sefzig

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